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(2/3) Wir sind jung und brauchen das Geld – Leben und Arbeiten mit dem EXIST-Gründerstipendium Teil 2: Das überzeugende Ideenpapier

Wir sind jung und brauchen das Geld – Leben und Arbeiten mit dem EXIST-Gründerstipendium

Ein Jahr EXIST-Stipedium liegen hinter uns. Um mit Würde Tschüss sagen zu können, möchten wir unser angehäuftes Wissen in unserer Reihe „Wir sind jung und brauchen das Geld – Leben und Arbeiten mit dem Exist-Gründerstipendium“ teilen.

Teil 1: Ohne Moos nix los – eignet sich EXIST für uns?
Teil 2: Das überzeugende Ideenpapier
Teil 3: Die Kuh melken, solange sie Milch gibt: EXIST richtig nutzen

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Neben klassischen Formularen zum Ausfüllen müsst ihr ein Ideenpapier abgeben, welches 20-30 Seiten umfassen soll. Dieses muss folgende Inhalte ausweisen:

  • Geschäftsidee mit Know-How Team, Innovation/aktueller Stand, Projektplanung

  • Markt mit Marktsitutation, Wettbewerber, USP, Kundennutzen, Marketingstrategie

  • Unternehmensplanung mit Finanzplanung und Chancen/Risiken Analyse

Es handelt sich beim Ideenpapier um einen "schlanken Businessplan".

Bewertet wird hinterher allein die schriftliche Einreichung. Maximal kann man 13 Punkte erreichen, ab 9 wird gefördert. Zwischen 7 und 9 erhält man die Möglichkeit, eine korrigierte Fassung erneut einzureichen. Uns fehlte damals nicht mal ein ganzer Punkt. Trotzdem mussten wir unser Ideenpapier nochmal überarbeiten. Sämtliche Anmerkungen sollten dankbar angenommen und gewissenhaft überarbeitet werden, denn bereits 0,25 Punkte Abzug können euch das Stipendium kosten!
Die 13 möglichen Punkte setzen sich wie folgt zusammen:

5 Punkte Innovation

5 Punkte Markt

3 Punkte Team

Hier ist ein Team mit unterschiedlichen Fähigkeiten gesucht. Ein BWLer hilft enorm, weil er das unternehmerische ins wissenschaftliche Team bringt. Jackpot ist natürlich, wenn die Wissenschaftler bereits das Unternehmergen in sich tragen ;)

Anmerkung zur Innovation: Ein Prototyp sollte schon vorhanden sein, etwas im reinen "Ideenstadium" hat es schwer.

Der Prof/Mentor:
Prinzipiell stehen viele Profs/Dozenten zu solchen Projekten aufgeschlossen gegenüber, schließlich bringt ein EXIST-Stipendium Geld und Ansehen in dessen Lehrstuhl. Wichtig ist, die Rolle klar zu definieren und zwar bevor es ans Gründen oder ums Geld geht.
Der Vorteil es Professors im Team ist simpel, aber effektiv: Ein „PROF.DR.“ kann das Stemmeisen sein, welches Türen öffnet, zB. ins höhere Management. Gleichzeitig verfügen Professoren fast immer über ein breites Netzwerk an Kontakten, auf welches ihr zugreifen könnt.

Wir hatten zwar keine, Letter of Intents von möglichen Projektpartnern, Kunden, Multiplikatoren kommen jedoch immer gut an.

TIPP 2:
Am besten holt ihr euch die Ideenpapiere mehrerer Startups aus demselben Netzwerk und orientiert euch an diesen. Die Sekretärinnen und Sekretäre geben darüber gerne Auskunft. Fragt vorher, worauf besonders geachtet wird, das kann je nach Netzwerk, Fakultät und wissenschaftlichem Hintergrund unterschiedlich sein.

Ebenfalls wichtig ist ein gutes Verhältnis zu den Mittlerstellen zwischen euch und dem Projekt- und Entscheidungsträger Jülich.
Was ist der Unterschied zwischen der Uni und der Mafia?
Genau, die Mafia ist organisiert. Stellt euch auf schleichende Prozesse und lange Wartezeiten ein. Auch hier können Sympathien den ein oder anderen Ablauf beschleunigen.

Der Antrag auf EXIST kann JEDERZEIT eingereicht werden, es gibt keine Deadlines oder Fristen. --> Offiziell stellt die Uni den Antrag, auch wenn man selbst die "Arbeit" machen muss. Das Partnernetzwerk und die Uni müssen demnach zustimmen, man kann sich also nicht direkt selbst bewerben!

Wie in anderen wissenschaftlichen Arbeiten auch, macht eine saubere und übersichtliche Darstellung sowie Einhaltung der Formalitäten bereits die Hälfte vom Kuchen.
Mit dem Ideenpapier zeigt ihr der Jury in Jülich, wie ERNST ihr es mit eurem Unternehmertum meint. Also lieber keine hingeschlonzten Zahlen..

Wir haben für unsere Ideenpapier ca. 100 Stunden gebraucht. Vom Antrag, der Einreichung des Ideenpapiers sowie bis zur Zusage sind "zu viele" Wochen vergangen.

Zusammenfassung TEIL 2:
Wie andere Bewerbungen auch, macht der EXIST-Antrag keinen Spaß. Beim Durchlesen eures Ideenpapiers sollte relativ schnell ersichtlich sein, dass ihr es mit der Gründung und eurer Idee ernst meint und voller Tatendrang dahinter steht.
Formalitäten sind einzuhalten.

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